CIRS Health Care

Einrichtungsübergreifendes CIRS (üFMS)

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CIRS in der Praxis

Was sollte gemeldet werden? Was ist neben der Fehlerkultur noch wichtig für die Akzeptanz? Wie sollte die CIRS-Meldung im Krankenhaus erfolgen? Wie erfolgt die Anonymisierung und De-Identifikation? Wie werden die CIRS-Fälle strukturiert? Im Folgenden geben wir Ihnen einen knappen Überblick darüber, wie CIRS in der Praxis funktionieren kann.

CIRS - Was sollte gemeldet werden?

Im Rahmen eines CIRS sollen alle Informationen gemeldet werden, die zur Erhöhung der Patientensicherheit beitragen. Dabei muss es sich nicht ausschließlich um tatsächliche Fehler oder unerwünschte Ereignisse handeln. Auch das Berichten positiver Ereignisse kann zur Erhöhung der Patientensicherheit führen. Der Mitarbeiter sollte bei der Meldung alle Faktoren nennen, die er gerne vor dem Vorfall gewusst hätte. So kann eine detaillierte Analyse erfolgen.

CIRS - Wie wird gemeldet?

Innerhalb eines Critical Incident Reporting Systems sollten die Fallmeldungen stets anonym und vertraulich erfolgen. Das kann z.B. durch ein elektronisches Erfassungsformular im Intranet ermöglicht werden. Welche Inhalte dabei abgefragt werden, ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich. Eine detaillierte Beschreibung des Ereignisses, unter Angabe des Meldekreises und einem möglichen Verbesserungsvorschlag ist jedoch ausreichend.

Anonymisierung und De-Identifikation

Wählen Sie eine für Ihr Krankenhaus geeignete Anonymisierung und De-Identifizierung. Denn auch innerhalb einer anonymen Meldung werden manchmal Angaben gemacht, die eine Identifikation der Beteiligten zulassen. Während der Anonymisierung und De-Identifikation werden diese Angaben zuverlässig entfernt. Dabei bestehen unterschiedliche Möglichkeiten: Die Anonymisierung kann im Krankenhaus selbst erfolgen oder von einem externen Dienstleister durchgeführt werden. Auch die Möglichkeit die Meldungen zentral (durch einen CIRS-Beauftragten) oder dezentral (durch mehrere Meldekreise) zu anonymisieren ist möglich. Da hiervon die Bereitschaft abhängt auch wirklich kritische Meldungen abzugeben, sollte das Vertrauen der Mitarbeiter in diesen Anonymisierungsschritt möglichst groß sein. Von einer Anonymisierung durch die Führungsebene, z.B. durch den Abteilungsleiter oder der Klinikleitung wird abgeraten.

Bearbeitung der CIRS-Fälle

Die Kategorisierung erfolgt nach einem auf die Bedürfnisse des Krankenhauses zugeschnittenen Schemas oder nach dem standardisierten NPSA London Protokoll (Taylor-Adams / Vincent). Fester Bestandteil eines CIRS ist eine umfassende und systematische Analyse, die über die Ermittlung vordergründiger Fehlerursachen weit hinausgeht. Die CIRS-Fälle werden auf folgende Kriterien analysiert:

CIRS-Auswertung und Maßnahmen

Der Stand der Fallmeldungen z.B. deren Verteilung nach Meldekreisen, beitragenden Faktoren etc. sollte schnell abrufbar sein. Ebenso eine Übersicht aller High-Risk Fälle. Nutzen Sie den Input der verschiedenen Qualitätssysteme (z.B. aus Patientenbeschwerden, CIRS-Fällen, Risiken, Schadensfällen oder Verbesserungsvorschlägen) für systemübergreifend abgestimmte Maßnahmen. CIRS-Maßnahmen als Insellösung werden der Realität nicht gerecht.

Aus Meldungen & Maßnahmen lernen

Die Transparenz gegenüber Ihren Mitarbeitern ist ein wichtiges Kriterium für ein lebendiges CIRS: Stellen Sie ein internes CIRS Portal bereit, auf welche Ihre Mitarbeiter anonymisierte und freigegebene Fälle samt Analysen und Maßnahmen strukturiert durchsuchen können. Die Mitarbeiter werden das Know-how in ihren eigenen Arbeitsbereich übertragen oder Fälle mit eigenen Erfahrungen kommentieren.